Teamrollen transparent machen: Team-as-a-Car

Diese kleine Übung zum Thema Team-Rollen hat Andreas einmal selbst als Teilnehmer in einem Workshop mit Julia Lehnhof erlebt. Wir fanden die Übung toll und wenden sie in Workshop mit unseren Teams inzwischen gerne an.

 

Hintergrund: Rollen im Team

Für Teams auf dem Weg zur Selbstorganisation ist es essentiell, ein gemeinsames Verständnis über die informellen Rollen ihres Teams zu haben. Schließlich geht es darum, diese sogar situativ und unmittelbar neu aushandeln zu können. Selbstorganisation ist ja kein Selbstzweck. Das Ziel ist Anpassungsfähigkeit auf eine sich ändernde Umgebung.

Wenn wir daher Teams mit dem Thema Rollen konfrontieren sind sie oft erst einmal überrascht. „Einen Teamleiter haben wir doch?“ oder „In Scrum gibt es doch nur die drei Rollen Product Owner, Development Team und Scrummaster?“. Das ist natürlich richtig. Unser Fokus liegt hierbei darüber hinaus auch auf den informellen Rollen des Teams.

Es bietet sich in dieser Situation unter umständen auch ein Teamdynamik Spiel an, um dem Team transparent zu machen: Es gibt diese Rollen und ihr habt längst miteinander geklärt, wer welche dieser Rollen einnimmt – meist ohne jemals auch nur ein Wort darüber gesprochen zu haben.

 

Anwendungen in der Praxis

Mit dieser Übung geben wir dem Team die Möglichkeit, ihre aktuelle (implizite) Rollenaufteilung einmal transparenz zu machen.
Wir erklären zunächst kurz das Konzept „Team als Auto“: Räder, Motor, Bremse und Co., alles sind wichtige Teile die ein Auto braucht, damit es funktioniert. Wenn ihr euch euer Team als Auto vorstellt, welche Teil des Autos wärt ihr selbst und jeder eurer Teamkollegen?
Team Rollen am Beispiel eines Autos transparent machenUm es dabei einfacher zu machen geben wir jedem Teilnehmer einen Ausdruck mit den benannten Teilen des Autos an die Hand. Dann haben sie 10-15 Minuten Zeit, sich selbst und alle Kollegen auf dem Ausdruck einzutragen.

Im Anschluss visualisieren wir die Ergebnisse für alle sichtbar am Flipchat. Jeder hat jetzt die Chance der Gruppe mitzuteilen, wie er sich mit dem Bild fühlt. Wo habe ich mich gesehen? Wo sehen mich die Kollegen? Wie geht es mir damit?

Und klar, gemeinsam können nun alle reflektieren, ob ihre momentane Rollenaufteilung eher funktional oder dysfunktional ist: Sind alle Rollen besetzt? Werden bestimmte Rollen von mehreren Teammitgliedern eingenommen? Was bedeutet das für die Arbeit im Alltag? Entspricht das Rollenbild den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen?

 

Unsere Erfahrungen

Den Teilnehmern fällt es nach unserer Erfahrung einfacher, anstelle von Teamrollen über etwas abstrakteres wie Autoteile zu sprechen. Diese Übung schafft so einen sicheren Rahmen, durch den am Ende alle einen transparenten Blick auf die momentane Situation des Teams bekommen. Dies ist natürlich meist nur der Ausgangspunkt für die weitere Arbeit des Teams an seiner eigenen Selbstorganisation. Um dem Team daraufhin weiter Entwicklungsmöglichkeiten transparent zu machen, eignen sich weitere Werkzeuge, wie zum Beispiel dieses Team Assessment.

Was bleibt ist ein gemeinsames Verständnis darüber, dass es immer informelle Rollen im Team gibt und dass es wertvoll ist sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Team-as-a-Car schafft so ein weiteres Stück gemeinsamer Sprache im Team.



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